Ungarn
Im Oktober 1956 stoppten sowjetische Truppen den Versuch der reformorientierten Teile der Kommunistischen Partei Ungarns, die Herrschaft der stalinistischen Kader zu beenden und das Land mit Unterstützung der Bevölkerung zu demokratisieren. Die Reformregierung wurde abgesetzt, die gerade erst erkämpften Freiheiten wurden jäh und brutal wieder entzogen. Fast 3.000 Menschen starben bei den landesweiten Kämpfen, beinahe 20.000 wurden verletzt, viele flohen ins Ausland.
Die Erinnerung an „1956“ hat sich tief ins kollektive Gedächtnis der Ungarn eingebrannt. 70 Jahre nach dem Aufstand haben sie in einem von vielen mittlerweile für unmöglich gehaltenen Wahlakt das Abdriften des Landes ins Autoritäre gestoppt. Der Freiheitswille scheint ungebrochen.